Rede zur Aufwertung der Plätzen in den Veedeln.

Bei der gestrigen Ratssitzung standen eine ganze Menge Themen auf der Tagesordnung, es war schließlich die letzte Sitzung vor der Kommunalwahl am 25. Mai. Eine Zusammenfassung gibt’s hier.

Ich habe zur Gestaltung von zentralen Plätzen in den Veedeln geredet. Zusammen mit dem Koalitionspartner haben wir zusätzlich zu den bereits vorhandenen Programmen (“1000 Bäume für Köln”, Stadtklima- und Verschönerungsprogramm, Bürgerhaushalt) 2,4 Millionen Euro bereitgestellt, um den Bezirksvertretungen die Möglichkeit zu geben, zentrale Plätze in den Veedeln aufzuwerten. Zum Antrag geht’s hier.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Rathenauplatz, Brüsseler Platz und Schillplatz, sogar Rudolf- und Friesenplatz erscheinen als Ergebnis, wenn man nach “Schöne Plätze in Köln” googelt. Zwar ist dies nicht repräsentative, aber es deutet doch zumindest an, dass die innenstadtferneren Bezirke nicht gerade mit mit als schön empfundenen Plätzen gesegnet sind.

Von daher ist es im Rahmen dieser rot-grünen Initiative richtig, mehr als 2,5 Millionen Euro bereitzustellen, um zentrale Plätze in den Bezirken aufzuwerten und attraktiver zu gestalten und somit das Stadtklima nachhaltig zu verbessern.

Doch was bedeutet eigentlich Aufwertung? Ja, eine ansehnliche Pflasterung und Gestaltung sind Mindestvoraussetzung, es gehört jedoch weitaus mehr dazu, meine Damen und Herren. Deswegen ergänzt dieses Programm die ebenfalls grüne Initiative zur Neupflanzung von 1000 Bäumen. Somit können hier Synergieeffekte genutzt werden um mehr Grün in die Bezirke zu bringen. Gerade bei der dringend notwendigen Anpassung der Stadt an die Auswirkungen des Klimawandels spielen ausreichende Begrünung – ebenso wie sprudelnde Brunnen – eine gewichtige Rolle.

Aber eine Aufwertung bedeutet auch, dass die Plätze wirklich für alle da sind – egal ob jung oder alt, ärm oder rich. Das heißt, es muss auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen eingegangen werden um echte Aufenthaltsqualität zu schaffen. Plätze werden nun mal zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich genutzt. So trifft man sich beispielsweise morgens beim Einkauf auf dem Wochenmarkt, nachmittags steht dann eher das Klönen bei einem Latte Macchiato im Vordergrund. Und später trifft man sich hier mit dem Wegbier um den Abend ruhig und gemütlich ausklingen zu lassen. Auch können beispielsweise Flächen für legale Graffiti eine Aufwertung darstellen und Schmierereien entgegenwirken. Denn Grau haben wir in dieser Stadt mehr als genug, da kann ein bisschen Farbe nicht schaden.

Ich bin mir sicher, dass hier aus den entsprechenden Bezirksvertretungen noch viele weitere gute Vorschläge kommen werden. Denn die BVen werden in diesem Prozess ja den Aufschlag gemacht und die “Plätze benennen und mögliche Maßnahmen zu identifizieren, die geeignet sind, zentrale Plätze im Bezirk aufzuwerten und attraktiver zu gestalten.”
Und genau aus diesem Grund lehnen wir den Änderungsantrag der Linken ab, denn die richtige Reihenfolge muss bei diesem Prozess sein, dass direkt zu Anfang die BVen einzubeziehen und nicht erst am Ende der Beratungsreihenfolge. Quasi von unten nach oben.

Und natürlich kommt es auch auf die Beteiligung und Mitbestimmung der Menschen in den Veedeln an, wenn der Stadtraum sich verändert und diese Veränderung von allen angenommen werden soll. So sollen im nächsten Bürgerhaushalt auch die Bezirke stärker einbezogen werden und ihnen ein zusätzliches Budget von 100.000 Euro pro Bezirk zur Verfügung gestellt werden. Hierdurch können neben den großen Maßnahmen auch schneller kleine, direkt sichtbare Veränderungen vor Ort stattfinden, wodurch die Bürgerinnen und Bürger motiviert werden, sich aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes zu beteiligen.

Natürlich ist dieser Antrag erst ein erster Baustein zur Ergänzung des 2011 von rot-grün eingeführten Stadtklima- und Verschönerungsprogrammes, wo bereits über 3,5 Millionen Euro aus der Kulturföderabgabe in die Bezirke geflossen sind und ihnen mehr Handlungsspielraum gegeben wurde.
Man sieht also, dass die Kulturförderabgabe nicht nur direkt den Kölnerinnen und Kölnern zugute kommt. Denn auch die Menschen, die in Köln zu Gast sind, haben etwas von ansprechend gestalteten Plätzen.

Und natürlich wird dieses Programm in den kommenden Jahren auf die weiteren Stadtbezirke ausgeweitet werden. Und vielleicht kommen dann bei Google demnächst auch “Pariser Platz”, “Wiener Platz” und “Friedrich-Ebert-Platz” als automatische Vorschläge, wenn man nach “Kölns schönsten Plätzen” sucht.

Die Stadtrevue hat in ihrem Live-Ticker zur Ratssitzung übrigens meine Rede folgendermaßen kommentiert:

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Ich finde zwar nicht, dass wir im siebten Himmel waren, aber ein gutes Programm ist das trotzdem!

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